Selbstbewusstsein

Wer an sich selbst Freude hat, hat auch an Anderen Freude. Wer sich selber schätzt, sich "gross" sieht, kann die Grösse auch im Gegenüber schätzen.

Wie können wir uns aber „groß sehen“? Da geht es nicht um positives Denken oder irgendwelche Tricks, um die Nase etwas höher zu tragen. Der wahre Grund - die tiefste Quelle - unseres Selbstbewusstseins ist das Wissen, dass wir Teil des AllEinen sind - nicht besser und nicht schlechter als andere Teile, sondern einfach Teil.

 

Das Wissen oder auch nur die Ahnung von dieser Teilhabe ermöglicht uns einen gesunden Umgang mit dem Ego, mit seinen Fähigkeiten, seinen Schwächen und seinen Grenzen.

 

Wahres Selbstbewusstsein hat also nichts mit dem Ego und auch nichts mit unseren persönlichen Errungenschaften, Fähigkeiten und Unfähigkeiten zu tun. Stolz und Scham sind Eigenschaften dieses Egos, das stets damit beschäftigt ist, sein vermeintliches Hoheitsgebiet zu pflegen, zu verteidigen und wenn möglich zu vergrössern. Das Ego ist der Teil in uns, der nicht das geringste Interesse an Freiheit hat (auch wenn wir uns da natürlich etwas anderes vormachen). Es ist der Teil, der sich als Opfer oder Beherrscher des Lebens fühlt, alles vermeidet oder bekämpft, was seinem Selbstbild widerspricht, allein an seinen persönlichen Ängsten und Begierden interessiert ist und vor allem Anderen für das eigene Überleben sorgt.

 

Das Ego glaubt, Bewusstsein zu „haben“, deshalb kann es nicht bewusst „sein“.

Selbstbewusstsein ist jedoch kein Besitz und keine Errungenschaft, sondern die vorbehaltlose Hingabe an das Selbst (= das Göttliche), an das Sein, an das was jetzt gerade ist.

 

Bewusstsein ist in diesem Sinn eine zeit- und bedingungslose Qualität, die das Selbst im Jetzt erfahren kann, solange sich das Ego nicht mit seinem Wissen, seinen Geschichten, Konzepten, Emotionen, Wünschen und Abneigungen dazwischen drängt.

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